für Anna Achmatowa
Ich trat aus dem Haus, da alle schliefen.
Mein Begleiter hielt sich im Busch bereit.
Ich weiß, daß sie morgens nach mir riefen,
aber zu spät, denn wir waren weit.
Den Begleiter — schlitzäugig, gelb und trocken -
liebte ich innig und grenzenlos.
In der bunten Kutte barg er die Locken,
seine Natternblicke flennten bloß
über etwas Seltsames, etwas Altes,
etwas, das ewig und ohne Leid,
wie eine tönende Glocke hallt’ es,
träuft’ in mein Hirn Vergessenheit.
Wir sahen Berge, Wald und Seen,
wir schliefen in manchem fremden Tal,
mal schien es — ganze Jahre vergehen,
ein Tag vergeht — schien es andermal.
Wir sind an die Mauer Chinas gekommen,
da sprach mein Begleiter: «Und nun — Ade,
denn du sollst wandeln unter den Frommen,
und ich muß handeln mit Reis und Tee.»
Auf einem weißen Hügel, neben
der gelben Pagode ein Buddha saß.
Und vor ihm knieend mit leisem Beben
genoß ich Wonne im Übermaß!
Seine Natternblicke sangen verhalten,
sangen, so fern von der Erdenwelt,
vom Ewigen, Seltsamen und vom Alten,
das ohne Leid. Und die Luft war erhellt.